Was ist Neurofeedback?

Aus der Forschung ist bekannt, dass ADHS mit ungünstigen Gehirnaktivitäten verbunden ist. Folglich liegt es nahe, Ablenkung,  mangelnde Konzentration oder Unaufmerksamkeit quasi am Ort der Entstehung zu unterbinden. Hier setzt Neurofeedback an, indem es Hirnstrommuster zurückmeldet und Patienten so lernen, diese bewußt zu steuern.

ADHS Kinder produzieren  beispielsweise unter Anforderung zu wenige Beta-Wellen und zu viele Theta-Wellen. Beta-Wellen entstehen vor allem bei bewusster Konzentration. Theta-Wellen kennzeichnen hingegen einen träumerischen Wachzustand.
Beim Neurofeedback, werden die Gehirnstromkurven (EEG-Wellen) von einem Computer in Echtzeit erfasst, in ihre Frequenzanteile zerlegt und auf einem Computerbildschirm dargestellt. Die Verteilung der Frequenzen lässt den  Aufmerksamkeits- bzw. den Bewusstseinszustand (wach, schlafend, aufmerksam, entspannt, gestresst) erkennen.

In der Therapie meldet man dem Klienten seine Hirnstrommuster zurück. Er erhält  immer dann eine positive Rückmeldung (zum Beispiel Musik, Geräusch, Videoclip, Computeranimation), wenn seine EEG-Wellen Aufmerksamkeit, Wachheit oder Konzentration signalisieren. Das Gehirn/Bewusstsein wird also belohnt, wenn es vorteilhaftere EEG-Wellen erzeugt. Durch systematisches Üben – so das Behandlungskonzept – lernt der Patient seine Hirnaktivität so zu gestalten, dass sich beispielsweise seine Konzentration und Selbststeuerung verbessern und im Gegenzug typische ADHS Merkmale verschwinden.
Dass dieses Verfahren Erfolg hat und ein Großteil der Klienten tatsächlich lernt die Gehirnströme zu beeinflussen, zeigen beispielsweise die Ergebnisse dieser Metaanalyse.

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