Umgang mit ADHS in der Schule

Zunehmend wird ADHS als psychische Störung in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Meist ergeben sich erst in der Schule handfeste Probleme durch ADHS, sodass Lehrer sich in vielen Fällen als Erstes mit der Thematik auseinander setzen müssen. Es stellen sich einige Anforderungen, da zunächst geklärt werden muss ob eine Aufmerksamkeitsstörung vorliegt, ein Gespräch mit den Eltern gesucht und letztendlich das Kind bestmöglich im Unterricht gefördert werden soll.

Auf dieser Homepage stellen wir allgemeine Informationen über ADHS bereit, geben konkrete Tipps und didaktische Hinweise für Lehrer. Ziel ist es Schüler mit ADHS besser verstehen zu können, um so den Umgang mit der Aufmerksamkeitsstörung im Schulalltag für Lehrer und Schüler gewinnbringender zu gestalten.

Schüler mit ADHS/ADS verstehen: typisches Verhalten und Ursachen

2-3 Kinder pro Schulklasse sind von ADHS betroffen. Solche Schüler werden von Lehrern als störend, undiszipliniert und oft auch als lernschwach beschrieben. Der Lehrer erlebt das Kind deshalb schnell als wenig umgänglich: Der Schüer stört, lernt wenig, seine Eltern machen Stress. Warum ist das so?

Aufmerksamkeitsstörungen äußern sich vor allem in der Schule und werden im Wesentlichen durch sie definiert. Am Anfang der Förderung steht die Überlegung, warum ADHS-Kinder solche Probleme im Unterricht haben. Die einschlägige Forschung führt dies auf folgende Schwierigkeiten zurück:
  • Selbststeuerung:
    Schüler mit ADHS haben Schwierigkeiten sich selbst zu kontrollieren. Dazu gehören Dinge wie Frustrationen zurückstellen oder negative Emotionen kontrollieren. Deswegen rufen diese Schüler häufig in die Klasse oder warten nicht ab bis sie an der Reihe mit etwas sind. Auch bei der Bearbeitung von Schulaufgaben entstehen dadurch Probleme: klappt die Lösung nicht beim ersten Anlauf, geben Schüler mit ADHS häufig schnell auf.
  • Planung:
    Sie fragen sich warum Ihr Schüler mit ADHS ständig die selben Probleme und Misserfolge erlebt und es nicht schafft diese zu vermeiden? Kinder mit einer Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätstörung haben Probleme bei der Planung zukünftiger Tätigkeiten und Abschätzen von Handlungsfolgen. (z. B. Vorausdenken, Schwierigkeiten vorwegnehmen), 
  • Gedächtnisorganisation
    Dies betrifft Tätigkeiten wie Informationen, die der Reihe nach eintreffen, rasch und treffsicher gewichten und abspeichern. Folglich ist gerade das Lösen komplexer Aufgaben für Schüler mit ADHS schwierig. Hier brauchen sie mehr Hilfestellung des Lehrers. 
  • Ausbalancieren von Gefühlen 
    Warum streiten sich Schüler mit ADHS häufiger mit anderen Kindern? Sie haben Probleme ihre Gefühle auszubalancieren, also zum Beispiel mit Angst oder Ärger umzugehen. Dadurch entsprechen sie in manchen Situationen nicht den sozialen Anforderungen des Schulalltags.

Bei folgenden Aufgaben müssen Lehrer damit rechnen, dass die Schwierigkeiten der Schüler mit ADHS/ADS besonders zu Tage treten:

  • Selbständiges Lernen, 
  • Komplexen Lernaufgaben, die Interpretation, Deutung und Abwägen, verlangen 
  • Längeres Lernen. 
Bei der Förderung der aufmerksamkeitsgestörten/hyperaktiven Kinder muss man ihrem besonderen Leistungsvermögen (Kenntnisstand, Lernvermögen) Rechnung tragen.