Basistraining als Bestandteil des Trainings für aufmerksamkeitsgestörte Kinder

Erlernen von Selbststeuerung

Die Kinder sollen lernen, ihr Verhalten besser zu regulieren, was vor allem bei eingeschränkter Daueraufmerksamkeit, stark ausgeprägter Impulsivität und starker Bewegungsunruhe Ihres Kindes geboten ist.
Im Einzelnen geht es um folgende Inhalte:

Vermittlung von ADHS-Basiswissen schafft einvernehmliche Problemsicht mit ADHS-Kind

Dem Kind „rüberbringen“, wie seine Schwierigkeiten zu erklären sind: Den Kindern wird dem Alter entsprechend Basis-Wissen über Aufmerksamkeitsstörungen (ADS / ADHS) vermittelt. Das Kind soll erkennen, wann es aufmerksamkeitsgestört ist und wie es seine Schwierigkeiten weit besser in den Griff bekommen kann. Es soll auch durchschauen, worin seine Schwierigkeiten bestehen, worauf sie zurückzuführen sind und was es aus eigener Anstrengung tun kann. Im Grunde genommen geht es dabei darum, eine einvernehmliche Sichtweise der Problematik mit dem Kind zu erarbeiten und seine Motivation zur Mitarbeit zu wecken.

Vertrag mit dem Kind enthält Regeln der Zusammenarbeit

Danach wird meistens ein Vertrag mit dem Kind geschlossen, der die Ziele der Behandlung festhält und festlegt, wann man sich trifft und was dabei getan wird. In aller Regel befürworten Kinder diesen Vertrag sehr, weil er sie als Partner ernst nimmt und Ihnen eine eigenständige Rolle einräumt.

Basistraining vermittelt grundlegende Aufmerksamkeits-Fertigkeiten

Einübung der Basisfertigkeiten „genau hinschauen“, „genau zuhören“, „Wahrgenommenes wiedergeben“.
Bevor es so richtig zur Sache geht, werden mit den Kindern sogenannte Basisfertigkeiten eingeübt. Es ist vergleichsweise einfaches Verhalten, wie genau hinschauen, genau zuhören, Wahrgenommenes wiedergeben. Solche Grundfertigkeiten sind Voraussetzung für kompliziertere Tätigkeiten. Dabei werden zunächst Übungsmaterialien eingesetzt, die man mit wenig Vorwissen bearbeiten kann, wie Labyrinthaufgaben, Zuordnungsaufgaben und Richtungshören. So lernen die Kinder zum Beispiel anhand von systematischen Bildbeschreibungen, genau hinzuschauen, detailreich zu beschreiben und auch weniger auffällige Einzelheiten zu beachten.

Einsatz eines Belohnungssystems motiviert das ADHS-Kind

Erwünschtes Verhalten (also bedachtes, sorgfältiges Vorgehen) wird ganz gezielt belohnt. Dabei bekommt das Kind für jeden Schritt in diese Richtung sofort eine klare Rückmeldung in Form einer Wertmarke. Wertmarken können bunte Büroklammern sein, die nach genau festgelegten Regeln vergeben bzw. bei grobem Fehlverhalten auch wieder abgezogen werden. Die so gesammelten Marken können später gegen kleine Belohnungen (Jojo, Aufkleber, Matchbox-Autos u. ä.) eingetauscht werden. Die Regeln für den Eintausch werden vorher genau festgelegt.

Selbstinstruktionstraining - Ausbildung von Reaktionskontrolle anhand von Signalkarten

Das Kind lernt, erst innezuhalten und nachzudenken, bevor es etwas tut. Das geschieht im Rahmen eines ‘Selbstinstruktionstrainings’, bei dem die Kinder lernen, sich selbst Anweisungen zu geben und sich dadurch selbst zu steuern. Dazu wird eine Signalkarte benutzt, die zum Symbol für innehalten, nachdenken und überlegen werden soll. Das verzögerte, überlegte Vorgehen soll das Kind vor allem im Alltag praktizieren. Um das zu erreichen, diskutieren Kind und Therapeut, in welchen Situationen eine Reaktionskontrolle gut ist, welche Erfahrungen das Kind damit macht, und wo es auch mal weniger bringt. Diese Dialoge mit dem Kind sind immer so angelegt, dass das Kind die Schlussfolgerung für sich selbst zieht. Schließlich ist die Einsicht des Kindes notwendig, um Veränderungen zu erreichen. Dieses Vorgehen ist typisch für das gesamte Trainingsprogramm.